Geh!

Gehen bringt uns durch unseren Tag, gehen dient uns, unsere Ziele zu erreichen, aber es kann noch viel mehr … Gehen ist ein komplexer Bewegungsablauf dessen Organisation uns etwa 12 Lebensmonate kostet. Wie komplex dieses Zusammenspiel von Skelett, Muskeln und Sinnen ist, erfahren manche Menschen erst wirklich, wenn sie zum zweiten Mal laufen lernen müssen.
Auch wenn ich nicht komplett laufen lernen muss, entdecke ich Gehen durch Nia für mich neu – als Möglichkeit jeden Tag mehrmals so viele Körperteile wie möglich in diese ganzheitliche Bewegung zu integrieren. Ich lenke meine Aufmerksamkeit durch den Körper: nutze ich die Fußgelenke, die Knie, die Hüfte,die Wirbelsäule, die Handgelenke, Ellenbogen und Schultern?
So wird jeder Weg, jede Treppe zu einem Spiel mit möglichst vielen Elementen und spannend!
Durch die Aktivierung möglichst vieler Gelenke, fließt die Bewegungsenergie frei durch den Körper, nicht die Knochen halten, sondern die Muskeln – Gelenke werden von unnötigen Blockaden befreit, Muskeln aktiviert und trainiert und das alles auf dem Weg zur U-Bahn – Amazing ;-).
Dann brauche ich ja gar keine Nia-Stunde – Nein, du brauchst sie eigentlich nicht – alles ist schon ein deinem Körper vorhanden, aber sie hilft dir, dich an die Möglichkeiten deines Körpers zu erinnern und macht außerdem Spaß! Mach mit und tanz durch deinen Alltag!

Freude als Energie

“No pain, no gain”, kein Schmerz, kein Gewinn. Erst wenn ich richtig fertig aus dem Studio wanke, habe ich das Gefühl, etwas geschafft zu haben. So oder so ähnlich klingen manche Fitness-Überzeugungen. Der Körper ist dabei etwas, das es zu besiegen und zu unterwerfen gilt. Aber das ist ein Kampf, der keinen Gewinner haben kann. Entweder der Körper wird bezwungen und gibt irgendwann physisch auf oder er wird nicht bezwungen und das Selbstwertgefühl leidet.

Die Empfindung, die der Körper von sich aus sucht, ist Freude, Schmerz sucht er zu vermeiden. Und diese Fähigkeit nutzen wir oft, zum Beispiel, beim Einstellen der Wassertemperatur oder bei der Wahl der Musiklautstärke. Wenn wir bestimmte Ziele erreichen wollen, vertrauen wir nicht mehr auf diese Empfindungen, sondern verdrängen sie. Das kann in bestimmten Situationen notwendig sein, zum Beispiel, wenn man, um eine Aufgabe fertig zu bekommen, länger am Schreibtisch sitzen bleibt, obwohl man spürt, dass Bewegung jetzt gut täte. Für kurze Zeit kann das effektiv sein. Auf Dauer führt es zu Abstumpfung der Mechanismen, die das physische Gleichgewicht schützen und wieder herstellen.

Und gerade bei Sport, wo der Körper im Mittelpunkt steht, sind diese Mechanismen wichtige Wegweiser, die vor Verletzung schützen können, wenn sie geübt sind. Zusätzlich zu dieser Wahrung des Gleichgewichts ist das natürliche Streben des Körpers nach angenehmen Empfindungen ein Motor dabei zu bleiben. Dinge, die angenehm sind, wiederholt man auch gerne und wenn man sich zur Bewegung nicht zwingen muss, sind auch die Trainingsresultate dementsprechend durchschlagend, weil sie in Partnerschaft mit dem Körper gewonnen werden.

Es sollte also besser heißen: No pain – your gain!

Upper Extremities to go – Nia mit in den Alltag nehmen

Am Sonntag haben wir uns intensiv in einem Workshop mit den oberen Extremitäten beschäftigt, die mich in diesem Monat durch alle eigenen und Vertretungsstunden begleitet haben. Einiges konntet Ihr ja bereits hier im Blog verfolgen.

Für alle, die dabei waren, aber auch alle, die in meinen normalen Stunden mitgetanzt haben, habe ich ein paar Essentials zusammen gefasst, damit du Nia in dein Leben außerhalb der Tanzstunde mitnehmen kannst:

1. Deine Arme beginnen am Brustbein! 

Anatomisch ist die einzige Gelenkverbindung deiner oberen Extremitäten zum übrigen Körper die Stelle, an der deine Schlüsselbeine mit dem Brustbein verbunden sind. Stelle dir diese Tatsache vor und lasse deine Armbewegungen vom Brustbein aus beginnen, zum Beispiel, wenn du nach etwas greifst oder wenn du deine Arme im Gehen neben dir schwingen lässt. 

2. Balanciere die Vorder- und Rückseite deines Körpers

Bewege deine Ellbogen bewusst nach hinten, aus deinem Blickfeld heraus. Das aktiviert die Muskeln zwischen deinen Schulterblättern und sorgt für einen Ausgleich zwischen Rücken- und Brustmuskulatur und gibt deinen Bewegungen mehr Kraft und Ausdauer.  Diese Balance nutzen wir auch für die Bewegungen, die aus den Kampfkünsten entlehnt sind, da diese aus der Ready-Position beginnen, einer Haltung, in der die Ellbogen nach hinten ziehen, die Handflächen zum Himmel gedreht sind.

3. Cross the line

Armbewegungen, in denen du über die Körpermitte gehst, helfen dir deine Schulterpartie zu dehnen. Lege deine Aufmerksamkeit hier auf deine Ellbogen.

4. Vergiß mein Nicht! 

Obwohl sie uns täglich zu Diensten sind, vergessen wir sie ziemlich oft, unsere Hände mit ihren riesigen Bewegungsmöglichkeiten. Strecke deine Hände ganz aus, drehe die Handflächen, zum Beispiel, wenn du auf den Bus wartest und spüre, wie auf diese Weise fast alle Muskeln in deinem Arm mobilisiert werden. 

Im Fokus des nächsten Monats steht das Prinzip Nummer 1 von Nia: Joy of Movement – Freude an der Bewegung.  Auch hier wird es Tipps für deinen Alltag geben. Vielleicht bist du dabei in einer Stunde oder im März-Workshop am 23. März. Bis dann, tanzende Grüße! Bianca

 

Got it! Lieblingsübung des Tages ….

Eine besondere Variation der Grundbewegung “Palm Directions” – übersetzt Handflächenrichtungen hat mich heute in einem Fernkurs mit Debbie Rosas fasziniert, da ich mich gerade viel mit meinem Schultergürtel beschäftige.

Die Übung ist einfach: Strecke deine Arme zum Himmel, Handflächen einander zugewandt.

In verschiedenen Variationen bietet diese einfache Übung aber unendlich viele Möglichkeiten, Muskeln zu spüren. Zwei Beispiele zum nachmachen: Führe die Bewegung mit verschiedenen Fingern an und spüre die verschiedenen Muskelgruppen und (mein Hit heute) beginne die Übung, indem du die Arme hinter dem Körper herholst, die Schulterblätter zusammengezogen, und erst dann nach oben streckst. Durch die Aktivierung deiner Körperrückseite, kannst du die Bewegung viel öfter wiederholen, ohne zu ermüden, einfach, weil Vorder- udn Rückseite balanciert sind.

Viel Spaß beim Nachspüren 😉

 

Fokus des Monats: Upper Extremities – Ausdrucksstarke Bewegungen

Upper ExtremitiesSchultern, Arme, Hände, Finger – die oberen Extremitäten erlauben dir, dich auszudrücken und mit deiner Umwelt in Kontakt zu kommen. Berühren, zeigen, gestikulieren, greifen … Dieser Teil deines Körpers stellt für dich viele Verbindungen her, ist ständig im Einsatz, aber im Alltag oft nur in einem kleinen Spektrum seines natürlichen Bewegungsumfangs. Gleichzeitig sind wir uns dieser Bewegungen oft gar nicht bewusst, da wir mit den Gedanken nicht bei der Bewegung sind. Durch diese Unaufmerksamkeit kann es passieren, dass wir bestimmte Bewegungsmöglichkeiten gar nicht, andere zu oft ausschöpfen, was zu Ungleichgewicht führt, im schlimmsten Fall zu körperlichen Beschwerden. In Nia beschäftigen sich 18 der 52 Basisbewegungen mit den oberen Extremitäten, um deinen Körper zu balancieren.

Der Fokus dieses Monats, der mit einem Workshop am 9.2. abschließt, liegt auf der Erforschung dieser Körperregion.

Heute stelle ich dir ein paar kleine Übungen vor, die du gut in deinen Alltag integrieren kannst, um eine intensivere Wahrnehmung für deine oberen Extremitäten auszubilden:

– Drehe deine Handflächen und spüre, wie diese Handbewegung die Muskulatur deiner Schulter lockert. Experimentieren mit ausgestreckem und angewinkelten Arm. Diese Bewegung heißt in Nia “Palm Directions”

– Spreize deine Finger und dehne so deine Handfläche an verschiedenen Stellen des Tages. So leitest du Energie in deine Hände und weg von deinem Nacken.

– Reibe deine Hände eine Weile aneinander und lege die Hände dann auf Körperteile, die Aufmerksamkeit nötig haben. Spüre die Wärme.

– Nimm für ein paar Minuten bewusst wahr, wie sich unterschiedliche Materialien anfühlen, z. B. bei der Hausarbeit.

Viel Spaß damit und ich hoffe, dich beim Workshop zu sehen!

November-Workshop: Zentriert tanzen, zentriert bewegen

23. November 2013, 14-17 Uhr

core

Die Körpermitte – Becken, Wirbelsäule, Brustkorb und Kopf – spielt in deinen tänzerischen und alltäglichen Bewegungen eine tragende Rolle. Grund genug, sich etwas genauer damit zu beschäftigen. In diesem Workshop erkundest du die Anatomie der Körpermitte, lernst die Wirkungen bestimmter Nia-Bewegungen auf diese Körperregion kennen und wirst das Wissen in ein tänzerisches Workout einfließen lassen – und das alles mit Spaß und mitreißender Musik. Hier sind die Plätze begrenzt, deshalb schnell anmelden!

Preise:
Mitglieder 17,50/Frühbucher 12,50*
Nicht-Mitglieder 30 Euro/Frühbucher 25 Euro*
Kaffeeklatsch-Rabatt: Melde dich mit einer Freundin oder einem Freund an und spart jeweils 2,50 € für den Kaffee vor dem Kurs..
 
Anmeldung via Mail oder Phone 0177-4943262

* Anmeldung bis 13.11.2013

Flexibilität – Energie behalten, auch wenn die Tage kürzer werden

Die Tage werden kürzer, die Bäume bunter und für alle, die wie ich morgens nicht mit der Sonne, sondern mit dem Wecker aufstehen dürfen, ist es morgens schon sehr dunkel. Wenn sich dann noch eine graue Wolkendecke über den Tag legt, wird es schwierig die Antriebsenergie zu behalten.

Eine gute Übung, um den Kräften, die dich in die Kissen zurück ziehen, entgegen zu wirken, sind Bewegungen, die dich Flexibilität spüren lassen. Die Webspaced Hands und auch Fingerextensions, die durch die Streckung der ganzen Hand oder einzelner Finger, Energie von deinem Rumpf aus nach außen leiten, lassen sich leicht beim Frühstück oder in der U-Bahn einbauen, und wecken deine Lebensgeister. Auch wenn du beim Gehen, deinen Fuß bewusst mit der Ferse aufsetzt, um durch den ganzen Fuß abzurollen, spürst du Flexibilität in deinen Waden.  Genieße diesen Energiefluss nach außen, wenn du in den Tag startest. Und nimm bewusst Energie auf,  wenn du dich zur Ruhe begibst, z. B. durch eine Touching-Einheit (Hände aneinanderreiben und deinem Körper diese Energie zurückgeben.

 

Nia und die Füße

Deine Füße tragen dich durchs Leben – Grund genug, sie ins Zentrum zu stellen, oder besser: als Basis einmal genauer zu betrachten.

Anatomisch betrachtet findest du in deinem Fuß 28 Knochen, 35 Gelenke, 20 Muskeln, 120 Sehnen und etwa 7000 Nervenenden – ein ziemlich komplexes Kunstwerk. Beginnen wir bei den Nervenenden, die konstant Informationen an deinen Körper vermitteln und wesentlichen Anteil an deiner Balance und damit an deinen Bewegungsmöglichkeiten haben. Die Sehnen, die die teils sehr kleinen Knochen verbinden, und über die Gelenke Bewegungsenergie übertragen und Last verteilen können. Die unterschiedlich geformten Knochen, die starke Ferse, die viel Kraft verträgt und die fächerförmigen langen Mittelfuß- und Zehenknochen, die die Energie verteilen. Der Talus, der wie eine kleine Sprungschanze, die Kraft aus der Horizontalen des Fußes in die Vertikale des Beines schicken kann (oder umgekehrt, ableiten kann).

27 der 52 Grundbewegungen von Nia beziehen sich auf die Basis des Körpers (die Füße und Beine). Dieser Schwerpunkt erlaubt es dir, deine Bewegungen von der Basis aus aufzubauen und zu trainieren. Die Füße leiten einerseits über die Quer- und Längsgewölbe Engerie in den Boden ab, was du nutzen kannst, um dich mit mehr Effizienz zu bewegen. Andererseits schicken deine Knöchel die Energie des Abstoßens von der Erde in deinen gesamten Körper, sie haben, richtig genutzt also die Fähigkeit, deinen Körper mit Energie zu versorgen.

Dieses energetische Wechselspiel lohnt es zu erforschen: Wie kann ich die Kraft aus meinen Füßen in meine Armbewegungen fließen lassen? Wie kann ich mein Gewicht an den Boden abgeben? Welche Auswirkung hat der Rhythmus meiner Füße auf meine Schultern? …

Dass barfuß laufen gut für die Füße ist, ist kein Geheimnis. Der Grund liegt in der Anatomie des Fußes und seinen ungeheuren sensorischen Möglichkeiten, die dir helfen, Bewegung für deinen Körper zu optimieren. Aus diesem Grund wird Nia auch barfuß getanzt. Wenn deine Füße am Anfang noch zu empfindlich sind, empfehle ich leichte aber rutschfeste Gymnastikschuhe oder Stoppersocken. Hier solltest du experimentieren.

Die Füße werden auch im Fokus der ersten Stunde im Frühjahrskurs am 18.4. im Lotus-Zentrum in Ottensen stehen. Ich freue mich drauf!

Bianca

P.S.: Wenn du mehr über Nia erfahren willst, empfehle ich dir meine Links im Side-Menue oder das Grundlagenbuch “The Nia Technique: The High-Powered Energizing Workout that Gives You a New Body and a New Life” von Debbie und Carlos Rosas. Das Buch ist leider nur auf Englisch erhältlich.